Liebe alle,
nach einer kleinen Funkstille finden wir es angebracht, mal wieder von uns hören zu lassen.
Wir hatten eigentlich gedacht, dieses Jahr von einem sensationellen Fest zum gelungenen Hauskauf, von unserem sensationellen WG-Leben und von sensationellen Ausstellungen, interessanten Vorträgen und Partys in unserem Keller berichten zu können.
Doch die letzte Zeit verlief eher sensationell ruhig und unsere sozialen Kontakte sind auf ein Minimum reduziert, 1.5 Meter entfernt und oft maskiert.
Nun ja. Jammern, wie es hätte sein können, ist ja bekanntlich nicht das Rezept zum Glück. Und ich glaube, wir haben es auch jetzt im 2. Lockdown geschafft, eine recht gemütliche Zeit in der Freiau99 zu verbringen. So hat beispielsweise die Ausgangssperre ab 20 Uhr, die in Baden-Württemberg derzeit gilt, dazu geführt, dass wir als WG schöne gemeinsame Koch-Abende verbracht haben. Außerdem vergeht kaum ein Abend, an dem nicht die ein oder andere Schach-Partie in unserer Küche ausgetragen wird.
Neben der Anpassung an die Pandemie gibt es aber auch andere Veränderungen in unserem Haus. So heißen wir zwei neue Mitbewohnerinnen willkommen, die im Herbst/Winter eingezogen sind: Finja und Lui, beim Schachspielen auf Foto im Anhang. Die beiden ersetzen Steffi und Ines, die nun zwar nicht mehr in der Freiau99 wohnen, dem Haus weiterhin als Vereinsmitglieder und Freundinnen erhalten bleiben.
Finja hat uns als erste Amtshandlung beim „Aufstrich-Syndikat“ angemeldet, wo verschiedene Freiburger WGs vegane Brotaufstriche selber machen und unter einander austauschen. Und Lui wird ab 2021 die Öffentlichkeits-AG unterstützen, das heißt von der werdet ihr in Zukunft vermutlich noch häufiger was hören.
Aber nicht nur bei uns im Hausprojekt gibt es Veränderung, auch
in Freiburg selbst tut sich etwas: Gerade während der Pandemie-Zeit
entstehen auch einige neue sympathische Hausprojekte, denen wir viel
Erfolg auf ihrem Weg wünschen. Wenn jemand von euch Interesse hat,
weitere Hausprojekte in Freiburg zu unterstützen oder sich einfach
informieren will, hier findet ihr weitere Infos:
ma per tutti – Landnahme an der Oase (https://mapertutti.org/)
Stühlinger27 – Mieter_innen-Initiative im Mietshäuser Syndikat (https://stuehlinger27.org/)
k.neun - Wohnprojekt Freiburg (https://kneun.org/)
Nun gegen Jahresende haben wir passend zur besinnlichen Weihnachtszeit auch noch ein paar spaßige Aktivitäten vor uns, die auf uns warten: 1. unsere erste Steuererklärung schreiben und 2. die Zinsen für die Direktkredite berechnen, überweisen und eure Kontoauszüge anzufertigen und versenden.
Naja, ein Hausprojekt ist dann eben doch nicht nur Irokesen und Dosenbier, sondern auch Excelltabellen und Buchhaltung.
So viel zu uns. Wir wünschen Euch allen schöne Weihnachtstage im kleinen Kreis und einen guten Start ins Neue Jahr. Wir hoffen, dass ihr alle gesund bleibt und dass all die schönen Treffen und Feten, die geplant waren, so bald wie möglich nachgeholt werden können.
Danke noch einmal für euer Interesse und eure Unterstützung! Wir sind gespannt, was 2021 für uns alle bereit hält.
Beste Grüße, Elias im Namen der Freiau99
Liebe Freund:Innen, Unterstützer:Innen und Interessierte,
es ist wieder soweit - der nächste Newsletter aus der Freiau99 hat
seinen Weg in euer Mailpostfach gefunden.
Wir sind inzwischen schon fast drei Monate stolze Bewohner:Innen der nun
selbstverwalteten Freiau99. Und was sollen wir sagen - es fühlt sich
eigentlich gar nicht so anders an.
An das Plenieren haben wir uns inzwischen schon so sehr gewöhnt, dass es nicht mehr wegzudenken ist - es ist aber auch insofern etwas entspannter geworden, als dass es meistens weniger zu besprechen gibt und nur noch zweiwöchentlich stattfindet.
Natürlich tragen wir jetzt alle mehr Verantwortung als zuvor: Ob es
nun darum geht, eine:N Techniker:In zu rufen, weil das Heißwasser nicht
läuft, die Direktkredite zu verwalten oder über die Infomail erreichbar
zu sein - all das gehört zu unseren neuen Aufgaben, die mit dem
selbstverwalteten Wohnen einhergehen.
Um ihnen gerecht zu werden, haben wir uns in einem Sonderplenum
zusammengesetzt, und verschiedene AGs gegründet, um die Aufgaben und
Zuständigkeiten unter uns aufzuteilen:
So gibt es nun eine Hausmeister:Innen-AG, eine Finanz-AG, eine
Buchhaltungs-AG, eine Direktkreditverwaltungs-AG und eine
Öffentlichkeitsarbeits-AG.
Gerade haben vor allem Steffi und Jannis, die zusammen unsere
Buchhaltung-AG bilden, erfahren, wieviel Arbeitsaufwand das mitunter
bedeuten kann:
Drei Tage am Stück wurden sie von morgens bis spätnachmittags von Achim
in die Kunst der Buchhaltung eingeführt - weitere Termine folgen!
Wir anderen haben nur die Köpfe durch die Küchentür rauchen hören - und
wenn wir kurz von Unmut ergriffen wurden, weil wir für unseren Kaffee am
Vormittag extra in die obere Küche hochstapfen mussten, so waren wir
doch insgeheim froh, dass wir uns nicht selbst in dieses Hexenwerk
einarbeiten müssen - an dieser Stelle ein großes Shout-Out an Jannis,
Steffi und Achim - dafür, dass ihr euch bereit erklärt habt, diesen
wichtigen Job zu übernehmen und dir Achim dafür, dass du die Zeit und
Geduld aufbringst, den beiden dein Wissen weiterzuvermitteln!
Ansonsten hat der Frühling uns viel Zeit in unserem schönen Garten gebracht - ob Kaffee am Morgen, Lernen im Grün, Gärtnern oder in der Hängematte fläzen - wir genießen unseren Mini-Naturspot im sonst so lärmenden Straßendjungel!
Abschließend wollen wir euch noch erzählen, was uns Covid-19 gebracht hat. Und zwar an Positivem, denn Negatives hört mensch ja schon genug - hier also eine kleine Sammlung:
unzählige Doppelkopf-Abende (Für einen Teil von uns. Statistisch signifikanter Anstieg von 1/10 Bewohner:Innen, die die Spielregeln kennen auf 5/10!)
einen neuen Gartenzaun
abrasierte Augenbrauen
eine Testphase mit der App Solid zum Aufteilen von WG-Kosten, und die Entscheidung, sie wieder abzuschaffen
Koch-Experimente mit Tajine (Tajine auf dem Feuer, Tajine auf dem Ofen, süße Tajine, nicht süße Tajine, …)
Wir hoffen, euch mit diesem kleinen Einblick ein bisschen an den Entwicklungen unseres Projekts und unserem Zusammenleben teilhaben lassen zu können, und wünschen euch einen grandiosen Start in die Sommermonate!
Liebste Grüße,
eure Freiau99er:Innen!
Liebe Freund:Innen, Unterstützer:Innen, Direktkreditgeber:Innen und Interessierte,
hiermit erreicht euch der April-Newsletter der Freiau 99, den wir mit einer guten Nachricht beginnen wollen:
Der Hauskauf ist so gut wie abgeschlossen, der Kaufvertrag ist unterschrieben, die Direktkredite sind auf unser Konto eingegangen und die Bankverhandlungen sind abgeschlossen. Wir warten nur noch darauf, dass die Kaufsumme überwiesen wird. Die Freiau 99 gehört dann also bald offiziell sich selbst, ist dem Markt entzogen und wir sind dann endlich unsere eigenen Vermieter:Innen - auch Dank eurer Hilfe.
Ein letzter Stein auf unserem Weg erreichte uns völlig überraschend Anfang März: In den Plänen der Stadt sind die Freiauhäuser auf unserer Straßenseite seit den 70ern als Gewerbegebiet ausgeschreiben, nicht als Wohnflächen. Dementsprechend stand plötzlich doch noch unser Bankkredit auf der Kippe. Auf einmal waren wir mit fehlenden Dokumenten konfrontiert, die unter den Bomben des zweiten Weltkriegs begraben wurden, und Stadtratsbeschlüssen in altdeutscher Handschrift.
Vor allem durch den vollen Einsatz unser Berater:Innen (danke
Wolfgang, Thomas und Helma!) ist dieser letzte Stein aber aus dem Weg
geräumt und der Bankvertrag konnte noch rechtzeitig unterschrieben
werden.
So langsam tritt unser Hausprojekt damit in eine neue Phase ein - die
Plena werden wieder kürzer, die Arbeit erstmal weniger, nun geht es
darum, eine langfristige Struktur zu schaffen.
Ein allerletzter Schritt zum offiziellen Mietshäusersyndikatsprojekt fehlt allerdings noch. Er hätte am 28. März stattfinden sollen. Auf der regionalen Mitgliederversammlung des Syndikats hätte entschieden werden sollen, dass sich das Mietshäusersyndikat in unsere GmbH einkauft.
Dort hätten wir uns gemeinsam vorgestellt und Fragen beantwortet. Aufgrund der Corona-Krise wurde der Termin dann verschoben.
Nichts desto trotz stehen wir nun als (fast) fertiges Hausprojekt in
den Startlöchern - und können unsere ersten Erfahrungen schon mit neu
entstehenden Projekten teilen. Gerade in den letzten Wochen ist vielen
von uns noch einmal klar geworden, wie anders unser Leben jetzt aussehen
könnte, wäre die Freiau 99 in die “falschen Hände” gefallen - eine
Ausgangssperre in einer Gemeinschaft aus vielen Menschen, in einem Haus,
mit dem man in Verbindung steht, ist doch etwas ganz anderes als die
völlige Isolation, mit der viele andere Menschen jetzt klarkommen
müssen.
Viel der gewonnenen Zeit fließt jetzt direkt in unser Haus - in den
letzten Wochen haben wir den Garten komplett umgekrempelt,
Pallettenbänke und einen Zaun gebaut, eine Feuerstelle eingerichtet,
Blumen und Gemüse gepflanzt.
Unser (vorerst) letztes Privatkonzert fand übrigens am ersten März statt - wir konnten uns über spanischen und französischen Trap in der 99 freuen.
Den Umständen entsprechend wünschen wir euch allen Gesundheit, Solidarität und einen schönen Frühling - und hoffen, dass sich die Idee weiterverbreitet :)
Liebe Grüße von der Freiau 99
(Jannis, Frans, Viki, Raoul, Elias, Chris, Ludwig, Ines, Laura, Steffi und Mare)
Liebe Unterstützer:Innen und Interessierte,
hiermit erreicht euch der zweite Newsletter aus der Freiau99, mit dem wir euch über unser buntes Treiben auf den neuesten Stand bringen möchten. Wir befinden uns gerade auf der Zielgeraden, das heißt, wir sind motiviert dabei, Direktkreditverträge zu versenden und zu unterschreiben, die Bankverhandlungen abzuschließen und alles weitere zu tun, was zu so einem Hauskauf dazu gehört. Aber eins nach dem anderen:
Falls ihr Anfang Januar unseren Artikel in der Badischen Zeitung
gelesen habt (https://www.badische-zeitung.de/keine-spekulation-in-der-freiau-99--181020886.html9),
habt ihr euch sicherlich gefragt, was aus den, zu dem Zeitpunkt noch
fehlenden, 100 000 Euro geworden ist…
Nun ja, wir waren seitdem fleißig weiter am Werbung machen und auch der
Zeitungsartikel hat viel Wirkung gezeigt:
Kurzum, wir haben inzwischen die Zusagen für die kompletten 300 000 Euro
Privatdarlehen! Jedoch können wir uns nicht auf den Zusagen ausruhen,
denn damit kann man leider noch kein Haus kaufen.
Da wir mittlerweile nicht mehr nur eine GmbH in Gründung, sondern ins
Handelsregister eingetragen sind, können wir uns nun offiziell FREIAU99
GmbH nennen.
Dank dieser Eintragung konnten wir dann auch endlich die
Direktkreditverträge fertig stellen und beginnen, diese an alle
interessierten Direktkreditgeber*innen, welche uns mündlich schon ihre
Unterstützung zugesagt hatten, zu versenden. Die ersten Verträge sind
unterschrieben zurückgekommen und einige Beträge sind bereits auf das
GmbH Konto eingegangen.
Und es gibt noch eine weitere gute Nachricht: In nicht einmal zwei
Wochen haben wir den Termin beim Notar, an dem unsere Geschäftsführung
den Kaufvertrag unterschreiben wird!
Es ist toll zu sehen, wie aus der Idee, das Haus zu kaufen und es zu
einem Projekt des Mietshäusersyndikats zu machen, langsam etwas
Greifbares wird.
Daher an dieser Stelle noch einmal ein riesengroßes Dankeschön an alle,
die uns in Form eines Direktkredites unterstützen und all das
ermöglichen!
Liebe Grüße,
die Freiau99
(Ines, Steffi, Marius, Elias, Viki, Laura, Frans, Jannis, Chris, Raoul,
Ludwig)